KraftWerk Bildung

Bildung ist, was den Menschen bildet


In diesem KraftWerk geht es um die bereichsübergreifende Thematik der "Bildung", die sich durch alle Bereiche des Geisteslebens zieht. Hierzu gibt es die weiter in der Liste aufgeführten Arbeitsgruppen (vgl. FreiheitGleichheitBrüderlichkeit). Die Thematik "Bildung" ist im Kraftwerk Geistesleben themenbezogen zu den anderen Gruppen hin orientiert.


BILDUNG & GEISTESLEBEN
Zusammenfassung, Bestimmung


Bildung ist ein im Geistesleben übergeordneter und alles durchziehender Begriff. Zu diesem wollen wir hier Stellung nehmen und auch die Tätigkeit der Menschen im KraftWerk Mensch beschreiben, die sich mit diesem übergeordneten Thema auseinandersetzen.

Dazu wollen wir zunächst die Erkenntnis der Dreigliederung aus einem weiteren Blickwinkel, erneut beschreiben.

Was ist mit der „Dreigliederung des sozialen Organismus“ gemeint?
Eine Orientierung

Schauen wir uns dazu erst einmal das Grundsätzliche eines Organismus an.
Ein Organismus besteht aus arbeitsteilig zusammenwirkenden „Teilen“, genauer "Gliedern". Diese Zusammenarbeit ergibt für das einzelne „Glied“ auch erst Daseinssinn. Ein Organismus ist nicht aus seinen Teilen alleine zu erklären, sondern es braucht die Zusammenschau auf das gewordene Ganze. Daher auch der Spruch:

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“

Versuchen wir nun mit der obigen Erklärung zu einem ersten Verständnis für den sozialen Organismus zu kommen. Dieser ist ja kein biologisches Gebilde. Er ist das Ergebnis aus der Tatsache, dass es den Menschen als eigenwilliges, soziales Wesen gibt. In diesem Organismus herrschen natürlich auch Gesetzmäßigkeiten. Und er hat drei Glieder - der Mensch ist dabei eigentlich das vierte Glied - bzw. aus den Menschen bildet sich erst der Organismus.

Den inneren Zusammenhang des gesellschaftlichen sozialen Organismus, seine Dreigegliedertheit, hat Dr. Rudolf Steiner 1917 damals wegen der politischen Situation und der Leiden der Menschen unter dem 1. Weltkrieg öffentlich beschrieben. Er hat die drei Glieder, ihre jeweiligen Aufgaben und damit ihre Besonderheiten dargestellt und davon konkrete Vorschläge für die Politik und die Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens abgeleitet.

Die „Dreigliederung des sozialen Organismus“ ist also keine Methode. Es ist die Beschreibung und das Erfassen der inneren Gesetzmäßigkeiten des sozialen Organismus. Und der freie Mensch lebt, bewegt sich ständig wechselnd in den drei Organismusbereichen. Er verbindet damit die für sich erstmal alleine funktionierenden „Teile“ bzw. Ebenen: Geistesleben, Rechtsleben, Wirtschaftsleben. Das heißt, da ist etwas ganz Wichtiges: Etwas, das unseren Einfluss und unsere Verantwortung im sozialen Organismus deutlich macht: Der Mensch ist durch sein Leben in diesem Organismus stets der Verbindende zwischen den drei selbständigen Gliedern, sie haben deshalb ihr Dasein. Das Eine hängt vom Anderen ab: Geistesleben, Rechtsleben, Wirtschaftsleben bilden als Organe den sozialen Organismus durch den und wegen des Menschen. Es ist völlig klar, dass wir uns bei dieser Beschreibung auf der Ebene der Wirksamkeiten befinden. Wir heben sie beobachtend und denkend ins Bewusstsein.

Wäre der Mensch ein reines Naturwesen wie die Pflanzen und Tiere, dann wäre er auf seine Art hin festgelegt. Träumerisch, geführt über Instinkte, würde er, in dem natürlichen Gesamtplan verwoben, leben. Doch wir Menschen haben das Paradies verloren. Der Genuss der Frucht vom Baum der Erkenntnis, hat uns zu einer seelischen und geistigen Abtrennung gebracht: Innenleben und Außenleben – Ich und Du. Wir stehen heute weitgehend, erst einmal abgesondert, außerhalb „des Paradieses“ und scheinbar alleine da. Das führt zu Selbst-Bewusstsein. Die Trennung ist der Preis dafür. Daraus folgen die Anlagen für ein Eigenbewusstsein, auch z.B. dafür, Empathie-Fähigkeit zu haben, und vor allem, bewusste Entscheidungen treffen zu können. Dass wir Fragen stellen, ist ein Ausdruck des Ich-Bewusstseins! Tiere können das nicht. So gestalten wir, mehr oder weniger unharmonisch, in diesen sozialen Organismus durch unser Tun hinein.

Unser Handeln steht daher oft nicht im Einklang mit den Gesetzmäßigkeiten des sozialen Organismus. Das richtige Zusammenwirken von Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben wird dann gestört.

Symptome für diese Störungen sind alle die destruktiven Geschehen im sozialen Miteinander von uns Menschen und die destruktiven Auswirkungen auf den Naturorganismus. Als Folgen entstehen bei uns Menschen Leid und Tod. Also psychisches Unwohlsein, psychische und körperliche Krankheiten, Kriege und Umweltzerstörung um uns herum. Alles Symptome für die Unordnungen im sozialen Organismus.

Wie gesagt, die „Dreigliederung des sozialen Organismus“ ist keine Methode, sondern beschreibt das, was gut wäre. Rudolf Steiner, bezogen auf die damalige Situation, gab konkrete Anregungen. Das sind nicht unbedingt Rezepte für heute. Aber es können Beispiele sein, um das eigentlich Gemeinte zu verstehen. Es kann natürlich auch sinnvoll sein, Vorschläge von damals zu übernehmen. Aber es braucht dazu immer den freien, erkennenden, kreativen, handelnden Menschen.

Warum sollten wir uns um einen bewussten, heilsamen Umgang im sozialen Organismus bemühen?
Den Menschen prägen nicht nur die äußeren Verhältnisse. In jedem Menschen leben auch tiefe seelische Triebkräfte eines sozialen, wirklich menschlichen Verhaltens. Das sind Zukunftskräfte.

Das Motiv dafür dürfte daher jedem seelisch gesunden Menschen einleuchten: Konstruktives Handeln bedeutet für alle Beteiligten immer Stabilität, Entwicklung, Gesundheit, Glück, Zufriedenheit, Erfüllung! Das gilt für einen selber und für die Mitwelt, das ist untrennbar.
Platons Beschreibung des Göttlichen ist da sehr schön: Er stellt das Göttliche als den Urgrund, als das absolut, ewig Gute dar - und das Gute ist immer konstruktiv, schöpferisch.
Das Motiv ist also:
das Gute, in diesem Sinne das Richtige, zu tun und damit die eigene und die Zukunft aller zu gestalten ermöglichen.

Was sind nun die Leitbilder dafür?

Wir werden sie erst benennen und später begründen. Dadurch besteht die Möglichkeit, schon einmal selber nach den Antworten zu suchen. Es ist klar, dass sich hier mancher Gedankenaustausch ergibt.

Geistesleben: Der Mensch kann nur aus eigenem befreiten Geist Freiheit geben. Aus dem freien Geistesleben werden auch die seelischen und geistigen Bedürfnisse befriedigt, nicht direkt die körperlichen.
Rechtsleben: Alle Absprachen und Vereinbarungen müssen für alle gleich gelten.
Wirtschaftsleben: Die körperlichen Bedürfnisse finden ihre Befriedigung letztlich durch das wirtschaftliche Leben. Oder anders herum, sie sind die Ursache für das Wirtschaftsleben. Hier muss das Leitbild zwischen den Beteiligten die Brüderlichkeit sein.

Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit, wir kennen sie, die Leitbilder aus der Französischen Revolution. Sie müssen in dem „Dreigegliederten, sozialen Organismus“ richtig wahrgenommen und in ihm somit richtig zugeordnet werden.


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